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Berliner Infodienst Migration vom 27.09.2007

BIM 47/2007 - Berliner Infodienst Migration vom 27.09.2007

In dieser Ausgabe:

1. Tag des Flüchtlings am 28.09.2007 - Erklärung von amnesty und PRO ASYL

2. Studie der Uni Kiel an Berliner Schulen: Integration gegen Homophobie

3. Günter Wallraff ist „Islamfeind Nr. 1“

4. Wettbewerb zum Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz verlängert

5. Augsburg, 29.09.2007: Infobörse des Ausländerbeirats

6. Berlin, 28.09.2007: Straßenaktion am Brandenburger Tor für „Illegale“

7. Bielefeld, 28.09.2007: Abend der Begegnung

8. Dresden, 02.10.2007: Gesprächsrunde „Vielfalt stärken - Integration fördern“

9. Halle (Saale), 28.09.2007: Interkulturelles Familienfest

10. Hamburg, 28./29.10.2007: Job-Messe für Migrantinnen und Migranten

11. Neukölln, 29.09.2007: Eröffnung des „NachbarschaftsGartens“

12. Potsdam, 28.09.2007: Flüchtlinge - Menschenwürde mit Abstrichen?

13. Trier, 29.09.2007: Fest im Internationalen Frauengarten

14. Interkultureller Feiertag aktuell: Jüdisches Laubhüttenfest ab 27.09.2007

15. Estland wünscht Auswanderer zurück

16. Finnland: Abschottung war falsch - nun fehlen Arbeitskräfte

17. Irak: Lage der Flüchtlinge verschlechtert - Aufruf von Caritas international

18. Litauen: Presse sieht Emigranten als Verräter

19. Schweden: Nur begrenzt tolerant

20. Buch-Tipp: "Allahs langer Schatten“ von Michael Lüders

21. Kino-Tipp: “Auf der anderen Seite“ von Fath Akin

22. Radio-Tipps

23. TV-Tipps

24. BIM zitiert - heute ein Zitat von Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister


1. Tag des Flüchtlings am 28.09.2007 - Erklärung von amnesty und PRO ASYL

Europa schottet sich auch mit illegalen Mitteln gegen Flüchtlinge und Einwanderer ab. Die von der EU-Agentur FRONTEX konzipierte Flüchtlingsabwehr missachtet menschen- und flüchtlingsrechtliche Verpflichtungen der EU-Staaten. Zu diesem Er-gebnis kommt ein von amnesty international, der Stiftung Pro Asyl und dem Forum Menschenrechte in Auftrag gegebenes Gutachten des European Center for Constitu-tional and Human Rights (ECCHR), das die Organisationen heute anlässlich des bundesweiten Tags des Flüchtlings vorgestellt haben.

Auch außerhalb der Territorien der EU-Staaten - also etwa auch auf hoher See jen-seits der 12-Meilen-Zone - sind die EU-Grenzschützer an Flüchtlings- und Men-schenrechte gebunden. Mitten auf dem Meer aufgegriffene Flüchtlinge haben dem-zufolge das Recht, einen Asylantrag zu stellen. Sie dürfen auch nicht zurückgescho-ben werden, wenn ihnen möglicherweise Verfolgung oder Misshandlung droht.

„Flüchtlinge einfach an der Weiterfahrt zu hindern oder zurückzuschleppen, ist also verboten. Sie haben ein Recht darauf, in den nächsten sicheren europäischen Hafen gebracht zu werden“, sagte Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL.

ai und PRO ASYL kritisierten auch die Absicht deutscher Behörden, Flüchtlinge aus dem Kosovo und dem Irak trotz der schlechten Sicherheitslage in beiden Ländern abzuschieben. „Auch nach einem Rückzug der UNMIK dürfen Roma und Serben nicht in den Kosovo abgeschoben werden“, sagte Wolfgang Grenz, Flüchtlingsexper-te von ai. „Der Streit um den zukünftigen Status des Kosovo hat zudem die Atmos-phäre so aufgeladen, das auch Minderheiten wie Aschkali und Ägypter den Ausbruch ethnisch motivierter Gewalt befürchten müssen. Deshalb dürfen sie weder jetzt noch nach einem UNMIK-Rückzug abgeschoben werden.“

„Ganz besonders absurd sind die Anstrengungen der Bundesregierung, Iraker so schnell wie möglich abzuschieben“, sagte Grenz. Derzeit sind 4,2 Millionen Iraker auf der Flucht - die größte Fluchtbewegung im Nahen Osten seit 1948. „Jeden Tag ster-ben Dutzende Menschen gewaltsam im Irak. Es ist völlig unbegreiflich, wie deutsche Behörden auf die Idee kommen, irakischen Flüchtlingen ihren Flüchtlingsstatus aber-kennen und sie abschieben zu wollen. Stattdessen sollte Deutschland dem schwedi-schen Beispiel folgen und irakische Flüchtlinge großzügig aufnehmen“, sagte Grenz.

aus: Pressemitteilung von amnesty international Deutschland, Forum Menschenrech-te und PRO ASYL vom 27.09.2007, Link: www.proasyl.de/

fileadmin/proasyl/fm_redakteure/Europa/Frontex/Fluechtlingstag_27Sep07__2_.pdf

2. Studie der Uni Kiel an Berliner Schulen: Integration gegen Homophobie

Migrantenkinder lehnen Homosexualität stärker ab als ihre deutschen Mitschüler - das ergibt eine Studie der Uni Kiel. Aber: Je besser die Jugendlichen integriert sind, desto weniger neigen sie zur Homophobie. "Wenn zwei homosexuelle Männer sich auf der Straße küssen, dann finde ich das abstoßend." Diesem Satz stimmte mehr als die Hälfte der 1000 Jugendlichen zu, die von der Universität Kiel zu ihrer Einstel-lung gegenüber Homosexualität befragt wurden.

 

Die wissenschaftliche Studie wurde unter der Leitung des Psychologieprofessors Bernd Simon in Berliner Schulen durchgeführt und wurde vom Bundesfamilienminis-terium finanziell unterstützt. Je nach Herkunft der befragten Schüler fiel das Gesamt-urteil jedoch sehr unterschiedlich aus. "Wir konnten zeigen, dass Personen mit Mi-grationshintergrund erheblich feindlicher gegenüber Homosexuellen sind als Perso-nen ohne Migrationshintergrund", sagt Bernd Simon. Bei der Gruppe der türkisch-stämmigen Migranten habe sich außerdem ein besonders starker Zusammenhang zwischen Religiosität und Homosexuellenfeind-lichkeit gezeigt. Rund zwei Drittel der türkischstämmigen Jugendlichen äußerte homosexuellenfeindliche Einstellungen. Der negative Einfluss der Religiosität sei jedoch auch bei anderen Migrantengrup-pen, zum Beispiel bei Kindern von Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion messbar.

 

"Wir müssen davon ausgehen, dass gelebte oder erlebte Religiosität den Unter-schied macht", sagt Bernd Simon. Gefragt wurde, wie religiös sich die Befragten selbst einschätzten. Die Studie habe gezeigt: "Je mehr jemand sagt, 'ich orientiere mich an der Religion' - was immer das jetzt im Einzelfall bedeutet - desto stärker neigt diese Person zu Homosexuellenfeindlichkeit."

 

Man dürfe deshalb jedoch nicht gleich alle konservativen Muslime für homophob hal-ten, warnt Eren Ünsal. Sie ist Sprecherin der Türkischen Gemeinde in Deutschland. Die Ergebnisse der Studie seien zwar erschreckend - umso nötiger sei es aber, türki-sche Migranten in kleinen Schritten zum kritischen Überdenken ihrer Verhaltensmus-ter zu bringen. "Es ist jetzt sehr wichtig, dass die Migrantenorganisationen darauf re-agieren. Man muss eine gemeinsame Strategie entwickeln, damit eine breite Aufklä-rung und Sensibilisierung in den Communities gemacht werden kann", so Eren Ün-sal. Im ersten Schritt wolle man ein Expertengremium einrichten, "das in der Lage ist, die Betroffenen mitzunehmen und einzubinden."

 

Jugendliche mit Migrationshintergrund sind nicht die einzige Gruppe, die von starker Homophobie geprägt ist. Junge Männer in Deutschland zeigten sich in der Studie ge-nerell schwulenfeindlicher als ihre gleichaltrigen Klassenkameradinnen - sie äußerten rund vier Mal häufiger entsprechende Meinungen. Alle Jugendlichen könne man so-wieso nicht zu einer offeneren Einstellung bewegen, sagt Günter Dworek, Sprecher des Lesben und Schwulenverbandes Deutschland. "Wir haben Meinungsfreiheit und man kann Meinungen vertreten, die mir persönlich gar nicht gefallen", sagt Dwo-rek. Man müsse das akzeptieren. Gebe es aber stark ausgeprägte anti-homosexuelle Einstellungen, werde das zu einem gesellschaftlichen Problem. "Denn es bleibt ja nicht im Kopf, es äußert sich."

 

Viele Schwule und Lesben seien täglich Pöbeleien und Anfeindungen ausgesetzt. Hier gelte es, eine klare Grenze zu ziehen. Plakatkampagnen alleine seien nicht ge-nug. Es brauche mehr Aufklärung im Schulunterricht und klarere Worte von Politi-kern. Eren Ünsal von der Türkischen Gemeinde in Deutschland sagt, dass man aus-serdem die Lebensbedingungen der Migranten verbessern müsse. Sie glaubt, dass migrationsspezifische Belastungen eine große Rolle spielen: "Wenn Menschen selbst Diskriminierungen ausgesetzt sind, in Armut leben und Bildungsprobleme haben“ sind das ihrer Meinung nach wichtige Gründe.

 

Darüber hinaus stammten viele Einwanderer aus traditionellen Familien und seien von bäuerlich-patriarchalischen Strukturen geprägt, sagt Simon. Negative Einstellun-gen gegenüber Homosexuellen fänden jedoch nicht nur in solchen Gruppen, sondern allgemein bei der Mehrheit ausländischer Mitbürger.

 

Sowohl bei Deutschen als auch bei Migranten zeigte sich zudem ein Anstieg der Ho-mosexuellenfeindlichkeit im Zusammenhang mit der verstärkten Akzeptanz von tradi-tionellen Männlichkeitsnormen. "Alarmierend" findet Simon dieses Ergebnis, denn es zeige, dass Sexismus und Homophobie auch unter deutschen Schülern Hand in Hand gehen. "Es hat mich aber gleichzeitig auch positiv gestimmt, dass es doch auch große Gruppen mit einem durchaus offenen Verhältnis gibt", sagt Simon. Seine Hoffnung ist es, dass sich bei einem zunehmenden Hereinwachsen und Hereinlas-sen der Migranten in die Gesamtgesellschaft auch hier das Verhältnis zu Homosexu-ellen normalisieren und verbessern könnte. "Man darf nicht erwarten, dass jede Min-derheit irgendwann von allen akzeptiert wird", sagt Simon. Auch Widersprüche und Zumutungen müssten ausgehalten werden. Es gehe aber darum, "den Anderen zu-mindest in Frieden leben zu lassen".

aus: DEUTSCHE WELLE vom 26.09.2007 (von Peter Hille), Link: www.dw-world.de/dw/article/0,,2797751,00.html?maca=de-newsletter_topthemen-312-html

3. Günter Wallraff ist „Islamfeind Nr. 1“

Er ist „Der Mann, der bei Bild Hans Esser war“. Die verdeckte Arbeit ist das Marken-zeichen des Schriftstellers Günter Wallraff, der auch über seine Erfahrungen als Hilfsarbeiter „Ali“ beim Stahlkonzern Thyssen geschrieben hat, wo er unerkannt „ge-sundheitsgefährdende Drecksarbeit“ im wahrsten Sinne des Wortes erledigte. Ganz und gar öffentlich äußerte sich der Autor während des vierten Talk-Gottesdienstes in der Lutherkirche in der Kölner Südstadt, einer Reihe, in der das Gespräch von Schauspieler Peter Cöls mit einem Prominenten die Predigt ersetzt.

„Ich habe mich spontan entschieden, der Einladung zu folgen, im Beirat der geplan-ten Moschee in Ehrenfeld mitzuarbeiten und Bekir Alboga vorgeschlagen, dort über die ,Satanischen Verse' von Salman Rushdie zu diskutieren“, berichtete Wallraff. Al-boga, Dialogbeauftragter der Ditib, die Bauherrin der geplanten Moschee ist, habe geantwortet: „Warum nicht?“ Doch mittlerweile sei Alboga wegen dieser Idee in den eigenen Reihen unter Druck geraten. „Aber immerhin hat sich die Ditib in Köln schriftlich von der Fatwa - dem Bann - gegen Rushdie distanziert“, berichtete Wall-raff, der gegenüber der Moschee in Ehrenfeld wohnt. Er hatte den iranischen Autor schon mehrfach vor den Häschern des islamischen Fundamentalismus in seiner Wohnung versteckt. Jetzt ist Wallraff wegen der Idee, Rushdies Texte zu diskutieren, selber ins Visier geraten: „Ich wurde auf einer Internetseite als Islamfeind Nummer 1 bezeichnet und stehe mal wieder unter Polizeischutz.“

Doch der beste Schutz für ihn sei, unterzutauchen und verdeckt zu ermitteln: „Ich werde meinen 65. Geburtstag am 1. Oktober unerkannt bei einer Recherche im Be-reich Teilzeitarbeit mit Menschen verbringen, die mehrere Jobs haben, um ihre Fa-milie durchzubringen.“ Denn ein Leitsatz treibt den Autor auch im Pensionärsalter weiterhin an: „Öffentlichkeit ist der Sauerstoff der Demokratie.“

aus: (Kölnische) rundschau-online.de vom 23.09.2007 (von Stefan Rahmann)

Link: www.rundschau-online.de/jkr/artikel.jsp?id=1190568213042

4. Wettbewerb zum Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz verlängert

 

Zum Wettbewerb um den „Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz“ der Initiative Hautstadt Berlin e.V. (IHB) sind Vereine, Initiativen, Projektgruppen und sonstige nicht-staatliche Institutionen mit ihren laufenden Projekten eingeladen, die einen Bei-trag leisten zur Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses von Bürgern mit und ohne Migrationshintergrund. Auch Günter Piening, Beauftragter des Berliner Se-nats für Integration und Migration, begrüßt das Engagement der IHB, die mit dem Hauptstadtpreis die überzeugendsten Beiträge zur Förderung von Toleranz, interkul-turellem Austausch und Integration prämiert.

Nach der Verlängerung der Bewerbungsfrist für den mit einer Gesamtsumme von 15.000 Euro dotierten Preis läuft der Wettbewerb noch bis zum 19. Oktober 2007. Am 20. November 2007 findet die Preisverleihung statt. Der 1. Platz wird mit 7.500 Euro ausgezeichnet, der 2. Platz erhält 5.000 Euro und der Gewinner des 3. Platzes 2.500 Euro. Dabei sollen die Preise vor allem zur Fortführung und Weiterentwicklung der Projekte verwendet werden. Schon bei der Einreichung der Wettbewerbsbeiträge sollte daher nachvollziehbar aufgezeigt werden, in welcher Weise das Preisgeld in der Zukunft sinnvoll eingesetzt würde.

Der in diesem Jahr erstmalig ausgelobte Preis soll künftig im Jahresrhythmus ver-geben und so zu einer festen Institution in der Hauptstadt werden. Die Summe des „Hauptstadtpreises für Integration und Toleranz“ stammt aus den Startgeldern des ebenfalls jährlich ausgetragenen Benefiz Business Hauptstadtpokals der IHB. „Inte-gration muss gelingen, sie ist in Deutschland und vor allem in Berlin die gesell-schaftspolitische Herausforderung der Gegenwart. Um das Bewusstsein aller dafür zu schärfen haben wir von der IHB diesen Preis ins Leben gerufen“, so Christoph Wegener, stellvertretender Vorsitzender der IHB.

Unter www.initiative-hauptstadt.de/hauptstadtpreis.html sind die detaillierten Teil-nahmebedingungen zu finden.

aus: Pressemitteilung der Initiative Hauptstadt Berlin e.V. vom 26.09.2007

5. Augsburg, 29.09.2007: Infobörse des Ausländerbeirats

Bei der Infobörse des Ausländerbeirats werden Träger von Integrationsprojekten selbst ihre Projekte vorstellen. Über 25 Organisationen haben zugesagt, im Unteren Fletz Stände aufzubauen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der Bogen spannt sich dabei von Informationen zu Integrations- und Sprachkursen über Angebote für die Ausbildungs- und Berufsberatung bis hin zu Beratungen für konkrete Lebenssitu-ationen oder Hilfestellungen für Frauen, die von Gewalt bedroht sind. Die Angebote sind für alle Interessierten zugänglich - der Ausländerbeirat erhofft sich, dass neben Migranten und Migrantinnen auch viele Deutsche im Rathaus vorbeischauen, um sich ein aktuelles und unverfälschtes Bild der Integration in Augsburg zu machen.

Von 13.00 bis 15:30 Uhr wird die Infobörse noch durch Referate und Podiumsdiskus-sionen im Oberen Fletz bereichert. Drei Referate zu den Themenbereichen Schule, Ausbildung, Beruf und Migration werden den Einstieg zu einer Diskussion bilden, welche jeweils in kompetent und prominent besetzten Podien geführt wird.

Die Veranstaltung am Samstag, 29.09.2007 dauert von 10.00 bis 17.00 Uhr. Sie wird musikalisch umrahmt und findet statt vor dem Augsburger Rathaus, Rathausplatz 2.

Weitere Informationen über die Geschäftsstelle des Augsburger Ausländerbeirats, Telefon: 0821 324 28 17 oder per E-Mail an: auslaenderb.stadt@augsburg.de

6. Berlin, 28.09.2007: Straßenaktion am Brandenburger Tor für „Illegale“

Der Ökumenische Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche veranstaltet auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor eine Straßenaktion. In Zusammenarbeit mit der Theatergruppe Los Invisibles/Calaca e.V. soll auf die Situation von Menschen ohne legalen Aufenthalt aufmerksam gemacht werden.

Auch für Menschen in irregulären Lebenssituationen müssen in Deutschland grundle-gende sozial- und menschenrechtliche Standards gelten. Kirche und Diakonie setzen sich deshalb dafür ein, dass vor allem die medizinische Versorgung, der Besuch von Kindergarten und Schule sowie Opfer- und Rechtsschutz bei kriminellen Übergriffen oder Lohnbetrug auch für Menschen ohne Papiere gewährleistet wird.

Los Invisibles dazu: „Unsichtbar sind die Menschen, die ohne Papiere und damit oh-ne Rechte unter uns leben. Mit einer Straßenaktion machen wir sie sichtbar! Als Ta-gelöhner bieten wir uns feil, als Folge der Globalisierung lassen wir uns feiern. Die Unsichtbaren schleichen sich in Containern und Kisten hinein in die Welt der Satten und vollbringen täglich das Kunststück, ohne Existenzrecht mit Herz, Humor und Phantasie zu überleben. Grund genug, ihnen heute zu applaudieren!“

Schätzungen gehen davon aus, dass in Berlin ca. 100.000 Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus leben. Die Ursachen für einen sog. „illegalen“ Aufenthalt sind viel-fältig. Touristen, die nach Ablauf ihres Visums bleiben, weil sie eine Arbeit gefunden haben, abgelehnte Asylbewerber, die Verfolgung im Herkunftsland befürchten oder Menschen, die unter ungünstigen Arbeitsbedingungen wie z.B. im Bau- und Reini-gungsgewerbe oder in privaten Haushalten arbeiten. Ihr Leben ist gekennzeichnet durch fehlende Zukunftsperspektive, faktische Rechtlosigkeit sowie Ausschluss von medizinischer Versorgung und Bildung. In ständiger Angst, entdeckt und ausgewie-sen zu werden, leben Menschen ohne legalen Aufenthalt unter oft menschenunwür-digen Bedingungen und sind potenzielle Opfer von Ausbeutung und Betrug.

Die Veranstaltung findet statt am Freitag, 28.09.2007 von 16.00 bis 18.00 Uhr.

Kontakt: Ingrid Lühr, Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-Oberlausitz e.V., Tele-fon: 030-82097-251, Weitere Infos unter: www.ekd.de/EKD-Texte/ekd_text85.html

aus: Pressemitteilung des Diakonischen Werks BBsO e.V. vom 26.09.2007

7. Bielefeld, 28.09.2007: Abend der Begegnung

(BIM) Mit einem „Abend der Begegnung“ wird die diesjährige Interkulturelle Woche in Bielefeld enden. Ziel des Abends ist es, einander näher kommen, etwas von der Kul-tur des anderen wahrnehmen und sich besser verstehen lernen, gemeinsam essen, miteinander reden, vielleicht auch singen und tanzen. Es soll erfahren werden, wel-cher Reichtum in der Verschiedenheit liegt, wenn er in die Gemeinschaft eingebracht

wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen dabei Gäste und Gastgeber zu-gleich sein. Sie werden daher gebeten etwas zu einem gemeinsamen Buffet beizu-tragen - nicht viel mehr als für sich selbst und einen Gast. Wer möchte kann mit ei-nem Lied, Tanz oder einem anderen kleinen künstlerischen Beitrag zum Abend bei-tragen.

Der „Abend der Begegnung“ findet statt am Freitag, 28.09.2007, 19.00 Uhr im IKZ, Teutoburger Straße, 33607. Um vorherige Anmeldung beim Sozialpfarramt wird ge-beten unter Telefon 0521 5837-187 oder per E-Mail an: Udo.Halama@kirche-bielefeld.de

8. Dresden, 02.10.2007: Gesprächsrunde „Vielfalt stärken - Integration fördern“

(BIM) Gemeinsam mit dem Dresdner Verein für soziale Integration von Ausländern und Aussiedlern lädt der Verein IGR ELAN zu einer Gesprächsrunde über das Zu-sammenleben von Einheimischen und zugewanderten Dresdnerinnen und Dresd-nern. Dabei soll mit der Methode des World Cafés zum Thema Integration und Teil-habe diskutiert werden.

An der Veranstaltung, die am Dienstag, 02.10.2007, 17.00 Uhr im Volkshaus Dres-den, Schützenplatz 14, 01067 Dresden (Nähe S-Bahnhof Dresden-Mitte) stattfindet, nimmt auch der Regionsvorsitzende des DGB, Ralf Hron, teil.

Weitere Informationen über Dr. Ingrid Blankenburg, Telefon 0351 484 38 03, E-Mail

viaa.dd@t-online.de oder Barbara Klatzek, Telefon 0351 86 33 161, E-Mail igr.elan@web.de

 

9. Halle (Saale), 28.09.2007: Interkulturelles Familienfest

Ein buntes Familienprogramm sorgt am morgigen Freitag dafür, dass sowohl Eltern, Kinder als auch Jugendliche auf ihre Kosten kommen. Das „Café International“ bietet Begegnung und Austausch bei einer Kaffeezeremonie. Eine Bastel- und Spielecke sowie ein Lesezelt werden das Interesse der Kinder wecken. Für Spannung und Un-terhaltung sorgt die Show des Kampfkunstvereins Shorai-Do Kempo sowie der Auf-tritt der Trommelgruppe „Nangadef“.

Bei freiem Eintritt wird das Interkulturelle Familienfest durchgeführt von der Jugend-werkstatt „Frohe Zukunft“ Halle-Saalekreis e.V , der Jugendwerkstatt „Bauhof“, der Aids-Hilfe Halle e.V., dem Modedesigner Alfredo Mahumane, von Shorai-Do Kempo - Club für ostasiatische Kultur und Kampfkünste e.V., dem Projekt „Lesewelt“ der Frei-willigenagentur Halle Saalekreis e.V., Mwana Wange e.V.und der Begegnungsstätte GIMMI

Es findet statt am Freitag, 28.09.2007, von 14.00 bis 18.00 Uhr auf der Würfelwiese

in Halle an der Saale.

10. Hamburg, 28./29.10.2007: Job-Messe für Migrantinnen und Migranten

Rundum gut beraten - das sind die Besucher der ersten Job-Kontakt-Messe in Ham-burg, die sich speziell an Menschen mit Migrationshintergrund richtet. Die rund 3.000 erwarteten Besucher können am 28. und 29. September 2007 von 10.00 bis 17.00 Uhr im Museum der Arbeit mit 40 Hamburger Unternehmen ins Gespräch kommen und sich für eine Stelle bewerben.

Daneben bieten die Veranstalter in Kooperation mit Hamburger Beratungsstellen ver-schiedene Services rund um Beruf und Bewerbung. „Da nicht jeder Bewerber die Messe Job-Kontakt gleich mit einem abgeschlossenen Arbeitsvertrag verlässt, wol-len wir die Besucher mit praktischen Tipps auch auf die künftige Jobsuche vorberei-ten,“ erklärt Gesine Keßler, Messe-Verantwortliche und Projektleiterin von NOBI, dem Norddeutschen Netzwerk zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Mi-granten. An verschiedenen Infoständen können sich Besucher über Bewerbung, An-erkennung von Abschlüssen, Weiterbildung und Existenzgründung informieren. Auch die individuelle Durchsicht der Bewerbungsmappe ist möglich.

Ein zusätzliches Programm bietet allen Messebesuchern und Ausstellern weitere In-formationen rund um die berufliche Integration von Menschen mit Migrationshinter-grund. Ein Beispiel: Der Workshop „Mitreden am Arbeitsplatz“ rückt die Sprachkom-petenz in den Fokus.

Mehr zu Services und Programm unter www.job-kontakt-hamburg.de.

aus: Job-Kontakt Pressemitteilung vom 13.09.2007, Link: www.job-kontakt-ham

11. Neukölln, 29.09.2007: Eröffnung des „NachbarschaftsGartens“

(BIM) Am kommenden Samstag, 29.09.2007, wird am Columbiadamm 120 im Nor-den des Berliner Bezirks Neukölln mit dem „NachbarschaftsGarten“ ein neuer Ort der interkulturellen Begegnung eröffnet. Unterstützt haben das Projekt die Neuköllner Quartiersmanagments Flughafenstraße und Schillerpromenade.

Zur Eröffnungsfeier, die um 14.00 Uhr beginnt, laden Vertreter von 13 Nationen ein. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten, sich vorher anzumelden. Kontakt über Fax: 030 6808 8622 oder per E-Mail: post.hoffmann@t-online.de

12. Potsdam, 28.09.2007: Flüchtlinge - Menschenwürde mit Abstrichen?

(BIM) Zum Tag des Flüchtlings veranstaltet das Diakonische Werk Potsdam einen Film- und Diskussionsabend über die Lebenssituation von Flüchtlingen in Deutsch-land und speziell in Potsdam. Diese ist geprägt von Arbeitsverbot, Leistungskürzun-gen, Heimunterbringung, Unsicherheit und Residenzpflicht. Die Bundesgesetzge-bung und die EU-Politik setzen auf Abschottung, die Flüchtlingszahlen in Deutsch-land gehen zurück.

Bei der Veranstaltung wird dazu ein Film gezeigt, es wird informiert und diskutiert. Der Fokus liegt hierbei auf der Lebenssituation von Flüchtlingen in Potsdam. Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 28.09.2007, um 19.30 Uhr im KuZe, Hermann-Elflein-Straße 10, 14467 Potsdam.

Weitere Informationen auch zum Film und den Podiumsgästen unter: www.diakonie-potsdam.de/Aktuelles/einleitung.htm oder über Helen Sundermeyer, Telefon: 0331 2008380

13. Trier, 29.09.2007: Fest im Internationalen Frauengarten

(BIM) Die Interkulturellen Wochen werden in Trier mit einem Abschlussfest im Inter-nationalen Frauengarten beendet. In diesem Garten bearbeiten Migrantinnen und einheimische Frauen Gartenparzellen und Gemeinschaftsflächen.

Beim Abschlussfest am kommenden Samstag, 29.09.2007, gibt es ab 15.00 Uhr In-formationen zur Idee der interkulturellen Gärten, Lesungen in Garten und Gewächs-haus, bei den Frauen Geschichten lesen über Migration, Abschied nehmen und An-kommen, Musik und Spielaktionen für Kinder. Der Internationale Frauengarten befin-det sich in Trier-Ehrang, Ehranger Straße 100 b, 54293 Ehrang in der ehemaligen Gärtnerei Lautwein.

Mehr Informationen unter: www.frauennotruf-trier.de

14. Interkultureller Feiertag aktuell: Jüdisches Laubhüttenfest ab 27.09.2007

Sukkot wird sieben Tage lang gefeiert. Hinzu kommt ein achter Tag (Simchat Tora), der das Fest abschließt und als eigenes Fest angesehen wird. Es gehört zu den Schalosch Regalim, was soviel wie "drei Fußreisen" bedeutet. Die anderen beiden sind Pessach und Schawuoth. Zu diesen drei Festen fanden früher Wallfahrten nach Jerusalem statt.

Das Laubhüttenfest wird am fünfzehnten Tag des siebenten Monats des jüdischen Kalenders gefeiert. Sukkot ist also Wallfahrtsfest und Erntefest bzw. Erntedankfest zugleich und gehört entsprechend zu den jahreszeitlichen Festen der Religionen. Die ersten zwei Tage und die letzten zwei Tage von Sukkot sind die ho-hen Feiertage. Die Toralesungen bestehen aus der Haftara, in der von der Errichtung des Salomonischen Tempels berichtet wird. Außerdem werden Verse aus Sacharja und Ezechiel gelesen.

Zu Sukkot wird nach den Gesetzen über die jährlichen Feste ein besonderer Fest-strauß gebunden. In Mose 3.40 heißt es: Ihr sollt am ersten Tag Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmwedel und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden und sieben Tage fröhlich sein vor dem Herrn, eurem Gott. Entsprechend besteht dieser Strauß aus der Frucht des Zedrat-Zitronenbaums, die essbar sind und gut schmek-ken und duften, den Zweigen der Dattelpalme, deren Frucht essbar ist und gut schmeckt, aber nicht duftet, den Myrtenzweigen, die nach nichts schmecken aber gut duften und den Bachweidenzweigen, die weder gut schmecken noch riechen, aber nützlich sind. Fehlt ein Teil, so ist der ganze Strauß wertlos und symbolisiert nach rabbinischer Deutung nicht mehr eine der vier Gruppen der Menschheit: Menschen mit Verstand und Güte (Schmackhaftigkeit und guter Geruch), Menschen, die nur Verstand haben (sie bringen die Gemeinschaft voran), Menschen, die nur liebens-würdig sind (sie machen die Welt angenehm) und Menschen, die keine dieser Fähig-keiten haben, aber für eine funktionierende Gesellschaft benötigt werden.

Hinzu kommen je nach Glaubensrichtung noch, dass ein solcher Strauß ebenfalls re-ligiös wertlos ist, wenn ein Teil von ihm gestohlen wurde, abgebrochen oder zerris-sen ist oder er von einer Stadt kommt dessen Bewohner ungläubig sind. Während der Danklieder des Gottesdienstes wird dieser Strauß in die vier Himmelsrichtungen sowie nach oben und unten geschüttelt. Im Zentrum steht der Mensch, der so die Symbol der Zahl sieben vervollkommnet.

Ein weiteres wichtiges Symbol von Sukkot ist die Laubhütte, die dem Fest auch sei-nen Namen gab. Die Sukka wird speziell für dieses Fest unmittelbar vorher errichtet und besteht aus Zweigen und Laub. In ihr wird während des Festes und bei gutem Wetter das Festtagsmahl gegessen. Ursprünglich war die Sukka lediglich als Schutz während der Erntezeit gedacht. Sie wurde jedoch in der Tora sozusagen symbolisch aufgewertet (3. Mose 23:42-43). Die Laubhütte steht für die Hilfsunterkünfte in denen die Juden nach ihrem Auszug in Ägypten und während der Wanderung durch die Wüste gelebt haben.

Die Frage, ob eine alte Sukka (eine die dreißig Tage vorher gebaut wurde) religiöse zulässig ist, wird je nach Lehrmeinung unterschiedlich beantwortet. Die einen halten eine solche Hütte für unzulässig, während andere sie dann für zulässig halten, wenn die Hütte zwar bedeutend früher erbaut wurde, jedoch speziell für Sukkot.

aus: Interreligiöser Festkalender September 2007

Link: www.feste-der-religionen.de/Kalender/September.html

15. Estland wünscht Auswanderer zurück

Estlands Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves hat im Ausland lebende Esten zur Rückkehr aufgefordert. In Estland herrscht Arbeitskräftemangel. Die Zeitung SL OH-TULEHT sieht das kritisch: "Seien wir ehrlich: Der Appell von Ilves ist nur rhetori-sches Geplänkel. Wer es gewollt hätte, wäre schon längst nach Estland zurückge-kommen. Dass dem nicht so ist, allen Reformen zum Trotz, ist eine Tatsache. Es be-stand sogar die Möglichkeit, sein altes Eigentum zurückzuerhalten. Estland war offen für alle, die kommen wollten. Aber wer kam, waren Glückssucher und Abenteurer. Nur wenige sind wirklich geblieben und haben sich Estland angepasst... Man sollte sich lieber darum kümmern, dass keine qualifizierten Arbeitnehmer mehr aus Estland abwandern."

Link zum Artikel (estnisch): www.sloleht.ee/index.aspx?id=247310

aus: euro|topics-newsletter vom 25.09.2007

16. Finnland: Abschottung war falsch - nun fehlen Arbeitskräfte

Finnland altert besonders schnell, stellt die Zeitung TURUN SANOMAT fest, bald sei mit Arbeitskräftemangel zu rechnen. "Die einheimischen Arbeitskräfte reichen nicht mehr aus, um unseren Sozialstaat nordischen Zuschnitts aufrechtzuerhalten... 2004 den Arbeitsmarkt abzuschotten, war ein Fehler, der uns teuer zu stehen kommt. An-dere Länder waren da mutiger. Unsere Unternehmen haben bereits damit begonnen, eigenmächtig Arbeitskräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Gleichzeitig sollte man die bereits eingereisten Arbeitnehmer aus der rechtlichen Grauzone herausholen."

Link zum Artikel (finnisch): www.turunsanomat.fi/mielipiteet/?ts=1,3:1009:0:0,4:8:0:

aus: euro|topics-newsletter vom 25.09.2007


17. Irak: Lage der Flüchtlinge verschlechtert - Aufruf von Caritas international

Nach Einschätzung von Caritas international, dem Hilfswerk der deutschen Caritas, hat sich die Lage der irakischen Flüchtlinge in den vergangenen sechs Monaten nochmals deutlich verschlechtert. "Trotz gegenteiliger Ankündigungen bei der Irak-Konferenz im März werden der Irak, Syrien und Jordanien mit den Spätfolgen des Krieges weiterhin allein gelassen. Insbesondere die USA und die EU entziehen sich ihrer Verantwortung", kritisiert Wolfgang Fritz, Nahost-Experte von Caritas internatio-nal.

Um die mit der Flüchtlingskatastrophe verbundenen Folgen für die Länder im Nahen Osten zu mildern, gebe es zwei Optionen, so Fritz: "Entweder der Westen erklärt sich bereit, selbst mehr irakische Flüchtlinge aufzunehmen, oder Gastländer wie Syrien und Jordanien, die bislang die Hauptlast der Kriegsfolgen tragen, müssen finanziell deutlich stärker entlastet werden." Die Gastländer haben nach Einschätzung der lo-kalen Caritasverbände die Grenzen ihrer Aufnahmekapazität überschritten. Hospitä-ler und Schulen in Syrien und Jordanien sind überfüllt, Preise für Lebensmittel und Mieten zum Teil dramatisch gestiegen. Kinderarbeit und Prostitution nehmen zu.

 

Laut Schätzungen der Vereinten Nationen befinden sich zwei Millionen Binnenflücht-linge innerhalb des Irak vor der anhaltenden Gewalt auf der Flucht. Mindestens zwei Millionen Iraker sind über die Landesgrenze nach Syrien, Jordanien und Libanon ge-flüchtet. Täglich kommen laut Schätzungen 2000 Flüchtlinge hinzu. Syrien hat bereits angekündigt, die Einreise für irakische Flüchtlinge zu erschweren.

 

Caritas international hat als Reaktion auf die Zuspitzung der Lage seine Mittel für Flüchtlings-Projekte im Irak, in Jordanien und Syrien um weitere 370.000 Euro aufge-stockt; 210.000 Euro davon werden vom Auswärtigen Amt zur Verfügung gestellt. Im Irak unterhält die Caritas 12 Sozialzentren sowie Ernährungsprojekte für unterernähr-te Kinder. In Syrien, Jordanien und Libanon unterstützen die lokalen Caritasverbände die Flüchtlinge mit Rechtsberatung, medizinischer Hilfe und Lebensmitteln.

Mehr Informationen zum Thema unter: www.caritas-international.de/34816.html

aus: Pressemitteilung von Caritas international vom 27.09.2007

18. Litauen: Presse sieht Emigranten als Verräter

In den vergangenen Jahren haben viele Litauer ihr Land verlassen, um im Ausland zu arbeiten. Lange wurde dieses Thema totgeschwiegen, nun kommt es langsam in den litauischen Medien an, stellt Monika Bonckute fest, allerdings meist negativ. So schreibt die Tageszeitung LIETUVOS RYTAS: "Wer Litauen zu anderen Zwecken verlässt als für Urlaubsreisen, wird als Verräter betrachtet. Emigranten werden in der Regel nicht als Individuen gesehen, sondern als einheitliche Masse, die ihre Liebe zum Vaterland nicht hinreichend unter Beweis stellt. Als sei das Leben in Litauen etwas Heiliges."

Link zum Artikel (litauisch): www.lrytas.lt/?id=11907786221189531228&view=4

aus: euro|topics-newsletter vom 26.09.2007

19. Schweden: Nur begrenzt tolerant

Nach einer Untersuchung der Universität Uppsala sehen sechs von zehn Befragten ethnische Vielfalt als Bereicherung der schwedischen Kultur an. Gleichzeitig finden 80 Prozent der Befragten, Einwanderer sollten sich an schwedische Lebensgewohn-heiten anpassen; 50 Prozent sind für ein Kopftuchverbot in der Schule und am Ar-beitsplatz. Die Zeitung DAGENS NYHETER kommentiert: "Die Umfrage zeigt ein überwiegend tolerantes und aufgeklärtes Land. Ernsthafte und tiefe Konflikte, die aus Fremdenfeindlichkeit erwachsen, gibt es kaum.

Was hingegen beunruhigt, ist die latent feindliche Einstellung gegenüber Muslimen... Deshalb sind mehr Informationen, mehr Begegnungen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Schulen, an Arbeitsplätzen und in der gesellschaftlichen Debatte so wünschenswert. Wenn das Unbekannte vertrauter wird, steigen die Chancen, dass Vorurteile und Ängste verschwinden. Damit würden auch immer mehr Men-schen verstehen, wie sinnlos und beleidigend ein Kopftuchverbot wäre."

Link zum Artikel (schwedisch): www.dn.se/DNet/jsp/polopoly.jsp?d=573&a=697418

aus: euro|topics-newsletter vom 2/.09.2007

20. Buch-Tipp: "Allahs langer Schatten“ von Michael Lüders

Eine tief verschleierte Frau, die den Leser mit großen Augen anschaut - zumindest optisch unterscheidet sich das neue Werk von Michael Lüders nicht von zahlreichen anderen, die sich - sei es belletristisch, sei es sachlich - mit der arabischen Welt be-schäftigen. Und auch das Inhaltsverzeichnis lässt mit Kapiteln wie "Mohammed und der Koran" und "Feindliche Brüder. Sunniten und Schiiten" auf wenig neue Erkennt-nisse hoffen, es erscheint sogar fast ein wenig beliebig. Doch ein x-beliebiges Werk ist das 220 Seiten umfassende Buch beileibe nicht. Michael Lüders argumentiert meist schnörkellos, provoziert bewusst.

So zieht er bereits in der Einführung einen Vergleich zwischen Islamophopie und An-tisemitismus: "Ich halte die Islamophobie in gewisser Hinsicht für eine Neuauflage des Antisemitismus unter anderen Vorzeichen. In beiden Fällen wird eine Gruppe kollektiv unter Anklage gestellt, erklärt die Mehrheit eine Minderheit zur Bedrohung. Qualitativ besteht zwischen den Aussagen 'Die Juden sind unser Unglück' und 'Der Islam ist eine fanatische Religion' kein Unterschied." Zwar wolle er den Holocaust nicht relativieren, aber es gebe, so Lüders, doch eine "Parallelität bei der Dämonisie-rung" beider Minderheiten.

Ein Vergleich, der zweifelsohne hinkt und dem Buch eher schadet als nützt, denn die dann folgenden Erklärungen rund um die Entwicklung des Islam sind zumindest für den Laien auch so ein Lehrstück. Kenntnisreich, anschaulich und sensibel bringt Lü-ders dem Leser die Religion und verschiedene Begrifflichkeiten in diesem Zusam-menhang näher.

Geschickt verwebt er Informationen mit Analysen, wie beispielsweise beim Thema Scharia. Die islamische Rechtsordnung wird in seiner kompletten Form zwar nur noch in Saudi-Arabien angewandt, doch ganz abgeschafft hat sie bisher nur die Türkei. Dies wäre aber aus Sicht von Lüders dringend nötig, um das Individuum gegenüber der Gesellschaft und des Staates zu stärken.

Problematisch, und das zeigt sich immer wieder, ist die unterschiedliche Interpretati-on des Korans und seiner Vorschriften, die häufig eben nicht in die Moderne führt.
Deutlich wird das auch bei dem umstrittenen Thema Kopftuch. Der Koran, das belegt Lüders anhand von zwei Textstellen, schreibt keine Teil- oder Ganzkörperverschleie-rung vor, lasse aber jenseits der "Busenspalte" reichlich Raum für Interpretationen. Frauen, die sich für das Tragen des Schleiers entschieden, sollten nicht als unterwür-fige Muslimin abgekanzelt werden. Es könnte auch einfach, so jedenfalls Lüders The-se, ein Merkmal arabischer Selbstfindung im Kampf gegen westlich-kulturelle Über-fremdung sein.

Warum viele Muslime heute abweisend oder skeptisch auf die westliche Kultur rea-gieren, belegt er jedoch intensiver erst zu einem späteren Zeitpunkt. Zunächst erin-nert er an berühmte Wissenschaftler, wie den persischen Arzt Avicenna, dessen Werk die Medizin vom 12. bis 17. Jahrhundert nachhaltig geprägt hat. Ähnlich wie heute der "american way of life" stand der Islam einst für eine fortschrittliche Lebens-art. Diese Religion also pauschal als mittelalterlich - im Sinne von rückständig - zu bezeichnen, sei daher sachlich vollkommen falsch.

Für den Niedergang macht Lüders zum großen Teil die Kolonialisierung verantwort-lich. Grenzen wurden mit dem Lineal gezogen, ohne Rücksicht auf unterschiedliche Stämme und damit Kulturen. Was hätte wachsen können, wurde brutal zerstört. Tra-ditionelle und patriarchale Staaten sind das Ergebnis. Was diesen Ländern fehle, so der Autor, ist eine solide Mittelschicht. Nur sie könne aber eine Demokratie einfor-dern und die arabischen Staaten und den Iran in die Moderne führen. Derweil darbe das Volk und wende sich aus Frust gegen die herrschende Elite den Moscheen zu, denn dort wird viel für sie getan, gibt es soziale Einrichtungen, Essen, Kleidung.

Nüchtern schildert Lüders anhand von Beispielen, wie sich diese Elite weiter berei-chert und so jede Entwicklung hemmt. Doch nicht nur darin sieht er den Grund, dass sich die Bevölkerung immer mehr den Fundamentalisten zuwendet. Schuld seien auch die westlichen Staaten, die aus eigener Profitgier diese Elite noch unterstützen – so wie jüngst in Libyen geschehen. Dort, wo der französische Präsident Nicolas Sarkozy den libyschen Staatschef mit seinen jüngsten Verhandlungen über ein Atomkraftwerk wieder salonfähig machte.

Ob in Libyen, im Irak oder in Afghanistan: Systematisch listet Lüders die Versäumnis-se und Fehler westlicher Staaten auf, die heute und in der Vergangenheit dort ge-macht wurden. Sein Hauptkritikpunkt ist dabei die fehlende Einbindung der unter-schiedlichen Bevölkerungsgruppen bei der politischen Neugestaltung. Nur durch ei-nen gemeinsamen Dialog seien die verschiedenen Krisen zu lösen. Einen Dialog, den auch Deutschland dringend mit seinen muslimischen Mitbürgern führen sollte. Derzeit beruhten viel zu viele Ressentiments gegen den Islam auf Misstrauen und Unkenntnis. Das frustriere und spiele allein fundamentalistischen Kräften in die Hän-de.

Lüders Buch "Allahs langer Schatten" ist gut strukturiert und fasst die verschiedenen historischen Höhepunkte wie Krisen in der islamischen Welt kurz und knapp zusam-men. Ebenso werden wie zentrale Grundbegriffe zum Verständnis der islamischen Religion erklärt. Wer sich bisher wenig mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, erhält hier einen guten Ein- und Überblick. Es gelingt Lüders auf überzeugende Wie-se, die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche in der Region besser verstehen und einordnen zu können. Insofern hilft das Buch sicherlich auch, sorgfältiger mit B-egriffen wie Fundamentalismus und Islamismus umzugehen und politisches Handeln differenzierter zu betrachten – was allein schon angesichts der momentan aufgeheiz-ten öffentlichen Diskussion über das Thema Islam schon sehr viel wert ist.

aus: Qantara.de 2007 vom 18.09.2007 (von Kathrin Erdmann),

Link: www.qantara.de/webcom/show_article.php/_

Das Buch von Michael Lüders: "Allahs langer Schatten. Warum wir keine Angst vor dem Islam haben müssen" (ISBN 978-3-451-29664-2) ist im

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