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Menschenrechtspreis der STIFTUNG PRO ASYL

Der Menschenrechtspreis 2009 der STIFTUNG PRO ASYL wird dieses Jahr an Nissrin Ali und Felleke Bahiru Kum verliehen.

Nissrin Ali

Die Familie der 19-jährigen staatenlosen Kurdin Nissrin Ali musste 2002 aus Syrien fliehen. Staatenlosen Kurden werden in Syrien elementare Menschen- und Bürgerrechte verwehrt. Als der Vater in direkten Konflikt mit dem Regime geriet, suchte die Familie Schutz in Deutschland. Der Asylantrag wurde abgelehnt. Seit dem wird die Familie nur geduldet.

Nissrin, Du warst 13 Jahre alt, als Du mit Deiner Familie aus Syrien geflüchtet bist.

Wir waren sehr erleichtert, als wir endlich in Deutschland ankamen. Wir dachten: Jetzt sind wir in einem freien Land und in Sicherheit.

Was war besonders schwierig in der Anfangszeit?

Unverständlich war für uns, dass wir nicht zu unseren Verwandten ziehen dur ften. Wir mussten mit der ganzen Familie in zwei kleinen Zimmern in einem Flüchtlingslager leben. Damals dachte ich noch: In ein paar Monaten kann Papa arbeiten gehen und wir können in eine ganz normale Wohnung umziehen.

Du lebst aber immer noch in einem Flüchtlingslager?

Weil unser Asylantrag abgelehnt wurde, bekamen wir nur eine Duldung. Schnell hatte ich begriffen, was das Leben mit einer Duldung bedeutet: Sammellager- Ausgrenzung und Diskriminierung. Hinzu kommt die ständige Angst, abgeschoben zu werden. Meine Eltern dürfen nicht arbeiten und ich darf nicht mal eine Ausbildung beginnen. Außerdem darf ich das Bundesland Bayern nicht verlassen.

Wie sieht das Leben im Flüchtlingslager aus, was sind Deine Erfahrungen?

Man hat keine Zukunft und fühlt sich im Lager wie in einem Gefängnis. Man isst, trinkt und schläft. Aber man lebt nicht, man stirbt langsam. Die Essenspakete, die wir bekommen, sind manchmal schon abgelaufen. Es sind oft zu wenig Grundnahrungsmittel dabei. Bis zu acht Leute teilen sich WC, Küche und Bad. Das ist unhygienisch, viele werden krank.

Wie gehst du damit um, dass du als 19-jährige unter solch schwierigen Bedingungen leben musst?

Ich konnte nicht verstehen, warum wir als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Es ist ungerecht. Deswegen habe ich mich mit anderen Flüchtlingen zusammengetan und in Bayreuth mit einer Demonstration auf unsere Situation aufmerksam gemacht. Die Reaktionen waren sehr positiv. Viele Menschen wissen gar nicht, dass es Flüchtlingen oft verboten ist zu arbeiten und sie in Lagern leben müssen.

Felleke Bahiru Kum

Der Äthiopier Felleke Bahiru Kum lebt bereits seit 9 Jahren in Deutschland. In seinem Heimatland war er Leiter einer lokalen Gesundheitsbehörde. Als er vom äthiopischen Regime verdächtigt wurde, für eine Oppositionsgruppe zu arbeiten, musste er fliehen. Sein Asylantrag in Deutschland wurde abgelehnt. Jahrelang war Felleke Bahiru Kum gezwungen, als Geduldeter in einem Lager in Nördlingen zu leben. Mit Unterstützung von PRO ASYL erhielt er kürzlich Abschiebungsschutz.

Felleke, wie lange lebst du schon im Lager?

Neun Jahre und noch einige Tage mehr.

Warum darfst du nicht arbeiten?

Es wurde einfach nur gesagt, dass das Arbeitsamt nicht zugestimmt hat.

Dein Asylantrag wurde abgelehnt. Wann war das?

Das war im Jahr 2000.

Du bist also seit 9 Jahren in Deutschland und dein Aufenthaltsstatus war immer nur „geduldet“? Trotz dieser schwierigen persönlichen Situation bist du aktiv im Einsatz für andere Flüchtlinge und gegen die Lagerunterbringung.

Mich für Gerechtigkeit zu engagieren habe ich auch in Äthiopien getan, das mache ich auch jetzt. Hier in Bayern werden Flüchtlinge nicht als normale Menschen behandelt. Aber wir haben die Chance bekommen, auch im Parlament zu sprechen. Das war ein großer Erfolg.

Was erwartest du von der Politik in Deutschland?

Ich erwarte dass viele Flüchtlinge ein Aufenthaltsrecht bekommen, dass sie arbeiten und sich frei bewegen dürfen. Dass sie selbst bestimmen können, wo sie leben. Und dass sie darüber entscheiden können, was sie essen möchten. Das bedeutet die Abschaffung der Pflicht in Lagern zu leben und der Zwangsversorgung mit Sachleistungen .

Was bedeutet die Auszeichnung der STIFTUNG PRO ASYL 2009 für dich?

Eine große Ehre. Eigentlich habe ich nur das getan, was ich als meine Pflicht betrachte. Nichts zu tun, wäre eine verlorene Chance oder ein verlorenes Leben.

Interview mit Felleke Bahiru Kum im Heft zum Tag des Flüchtlings 2009

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